Lebendige Rostpatina als stilgebendes Element

Eine eindrucksvolle Kombination aus Glas und Cortenstahl, entworfen von Molestina Architekten aus Köln, ziert seit Mitte 2018 den Martin-Luther-Platz in Düsseldorf. Vis-a-vis von Johanniskirche und der historischen Ziegelsteinfassade der Shadow Arkaden, sorgt ein acht Meter hoher Gastronomiepavillon für einen neuen öffentlichen Raum. Rund ein Drittel der gläsernen Außenhülle wird mithilfe vorgehängter Cortenstahl-Bleche in eine monumental gebogene Form gebracht. Durch den geometrischen und farblichen Bezug zu den umstehenden Gebäuden fügt sich der Pavillon harmonisch in sein Umfeld ein. Die bis zu is zu 1130 x 2320 m großen Cortenstahl-Bleche wurden vom Kölner Fassadenspezialisten POHL gefertigt.
"Gastropavellion Düsseldorf"; Cortenstahlfassade von POHL Facades | © Christian Pohl GmbH
"Gastropavellion Düsseldorf"; Individualfassade aus Cortenstahl  | © Christian Pohl GmbH

Projektdaten

Name
Gastropavillon Düsseldorf
Land
Deutschland
Adresse
Düsseldorf
Architekt
Molestina Architekten
Oberfläche
POHL PHOENIX

Die Sonnenstunden des Jahres können die Düsseldorfer nun von früh bis spät auf den über 300 Sitzplätzen des neuen Gastronomie-Pavillons auf dem Martin-Luther-Platz genießen. Auf zwei Etagen mit jeweils vier Meter hohen Decken und einem großzügigen Außenbereich stehen beim Ganztagskonzept „Wilma Wunder“ neben Kaffee und Cocktails auch Speisen für jede Tageszeit auf der Karte. Auf dem Dach versteckt sich außerdem noch eine Terrasse mit Blick auf das Dreischeibenhaus.
Das Fundament des Pavillons ist mit Stahlbeton gebaut, für die oberirdischen Bauteile fiel die Wahl auf eine Brettsperrholzbauweise. Die speziell angepassten Schotten sind neben den Brettsperrholzdecken die statisch und gestalterisch dominantesten Bauteile. Beide wurden erst durch Holz als Konstruktionswerkstoff in ihren geometrischen Formen wirtschaftlich umsetzbar.
"Gastropavellion Düsseldorf"; Lochblechfassade aus Cortenstahl | © Christian Pohl GmbH

Eine vorgehängte Lochblechfassade sorgt für natürliches Licht

Die vorgehängte Cortenstahl-Fassade ist über acht Meter Höhe selbsttragend ausgebildet und wird auf Ebene der oberen Geschossdecke lediglich horizontal angebunden. Sie übernimmt gleichzeitig die Funktion der Attika und Absturzsicherung für die Dachterrasse, so dass keine Randmomente in die Brettsperrholzdecken eingeleitet werden mussten. Cortenstahl, auch Baustahl genannt, entwickelt durch Einfluss der Witterung eine fortlaufende Sperrschicht und natürliche Wetterfestigkeit. Diese schützt das Paneel vor weiterer Korrosion und sogt für die charakteristische rostfarbene Patina, die dem Gebäude einen ganz besonderen Charme verleiht. Je nach Wetterlage der einzelnen Gebäudeseiten kann die natürliche Alterung des Materials schneller oder langsamer voranschreiten. In vielen Projekten mit Einsatz von Cortenstahl wird deshalb auf eine Vorbewitterung der einzelnen Bleche gesetzt, damit das Erscheinungsbild des gesamten Gebäudes direkt stimmig ist.
Sowohl bezogen auf die Gebäudehülle als auch auf die Tragwerkskonstruktion aus PEFC-zertifiziertem Holz wurde bei diesem Projekt auf eine niedrige CO2 Bilanz geachtet. Der Verzicht auf die Vorbewitterung des Cortensstahls wirkt sich zusätzlich positiv auf die Energiebilanz des gesamten Gebäudes aus.
"Gastropavellion Düsseldorf"; Individualfassade aus Cortenstahl  | © Christian Pohl GmbH

Cortenstahl ist langlebig und nachhaltig

Cortenstahl überzeugt durch eine sehr lange Lebensdauer und kann vollständig in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden. Durch starke Regenfälle kann der Rost besonders in den ersten Monaten abgewaschen werden. Damit es zu keinen roten Schlieren auf den Steinen kommt, wird der Rost in Ablaufrinnen aufgefangen. Nach einiger Zeit ist es mit dem Rosten schließlich vorbei und die Patina verleiht dem Gebäude ein homogenes Erscheinungsbild.
Schillernde Messingfassade

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